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69 Mrd. Dollar Verlust durch Tauschbörsen
Eine Kurzanalyse der absurden Zahl
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| Autor: |
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Christoph Büchel |
| Datum: |
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20.11.2008 |
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Die Meldung ist in aller Munde: Tauschbörsen sorgen für einen jährlichen Verlust von 69 Milliarden Dollar, so MultiMedia Intelligence. Aber so intelligent ist die volkschulhafte Rechnung dann auch wieder nicht. Warum, soll kurz erläutert werden:
 Die Marktforscher multiplizierten die Zahl der geladenen Songs mit einem „fairen Preis pro Titel“. Schon aufgrund der simplen Annahme, dass in P2P-Netzwerken nicht immer der erste Track seine Funktion erfüllt, weshalb derselbe Titel sicherheitshalber mehrfach geladen wird, lässt sich die Studie relativieren. Qualitativ minderwertige Radioaufnahmen, schlechte Digitalisierungsversuche von Schallplatten, miserable Live-Mitschnitte, all das findet sich – und muss aussortiert werden. Im Nachhinein freilich, denn vorher gibt es bei P2P eben nicht. 69 Milliarden Verlust gibt es demnach sicherlich auch nicht.
Nach einer weiteren (vielfach belegten) Annahme handelt es sich bei vielen der über Tauschbörsen verbreiteten Songs um solche, die es käuflich gar nicht zu erwerben gibt. Weder analog noch digital. Dass für vergriffene Auflagen ein freies Werknutzungsrecht besteht, also die legale Erlaubnis eine Kopie anzufertigen, lassen die Statistiker da gerne unter den Tisch fallen. MultiMedia Intelligence verrechnet dafür einfach dennoch einen „fairen Preis“. Warum auch immer – die verdrehte Rechnung lebe hoch.
Wie schrecklich Tauschbörsen für die Musikindustrie sind, einzige Ursache für den Niedergang, usw. - das soll diese Studie wohl wieder einmal bestärken. Eine absurde Zahl wie diese ist dabei für Schlagzeilen sicherlich förderlich - sie sollte aber mit großer Vorsicht genossen werden, wenn man die Hintergründe näher kennt. „Fair“ ist im Fall dieser Milchmädchenrechnung bestenfalls die Sorge um die Industrie. Mehr aber nicht. Wenn überhaupt.
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