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ARTISTS


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Tori Amos live in der Wiener Stadthalle
Sündhafte Si(n)nsuche
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In ihrer zierlichen Person vereint Tori Amos Leidenschaft, Anspruch und ein augenzwinkerndes Understatement. „Abnormally Attracted To Sin“, ihr zehntes Studioalbum, ist zu Tradition verpflichtet und erneut bequem unbequem ausgefallen. Wieder spielt sie mit Mystiken, Symboliken und hantiert gleichzeitig mit Geschlechterfragen. Sie analysiert unser Sozialverhalten in der Gesellschaft und fragt sich, welchen Stellenwert Moral, Sexualität, Religion und Glaube heutzutage noch für uns haben.
 Ihre Songs sind melodiös, ausufernd, episch geradezu – und oft doppelbödig. Auch live vollführt sie diesen Balanceakt zwischen Anspruch und Vergnügen, so geschehen am 25. September in der Wiener Stadthalle.
Ein Bösendorfer Klavier und Luft zum Singen – das reicht. Mehr steht eigentlich nicht im Fokus, obwohl mit Jon Evans am Bass und Matt Chamberlain am Schlagzeug zwei sehr fähige Tourmusiker sie auf der Bühne begleiten.
Alle sitzen und lauschen den Tönen, die da gleich kommen mögen. Als Besucher klammert man sich unweigerlich an ihre Stimme, die in luftige Höhen vordringt, aber auch nachdenkliche, verletzliche Töne anschlägt. Auf glamouröse, elegante Opulenz und Dramatik wird ebenfalls nicht verzichtet.
Das Konzert ist purer Schönklang. Ihre kaleidoskopartige Persönlichkeit geht an diesem Abend komplett auf. Nach und nach verschlägt es den Anwesenden den Atem. Auch der Applaus wird nicht weniger.
Tori Amos und ihre beiden Mitstreiter schaffen es, an diesem Abend filigrane Wunderwerke in die Stille zu zwirbeln. Diese wollen wir auch in Zukunft nicht missen.
Bild: (c) Nikolaus Ostermann // ikoon.at
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