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Introducing: We Are Scientists
Indierock am Höhepunkt
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Also ich muss sagen, ich persönlich bin ja schon durchaus begeistert von dem Fakt, dass derzeit im Indierock- Bereich fast wöchentlich neue Bands aus dem Boden (meist englischem Rasen) sprießen, wie die Maiglöckchen im Frühling. Was irgendwie von Franz Ferdinand begonnen und von den Killers fortgesetzt wurde hat sich mittlerweile mit Bands wie The Bravery, Maximo Park, The Futureheads, Bloc Party, Kaiser Chiefs, Hot Hot Hot, Arcade Fire, Arctic Monkeys, The Rakes, The Departure oder den Editors zu einer eigenständigen Musikszene herausentwickelt. Allesamt mehr oder weniger stark von Bands beeinflusst dies es schon mal gab, kreieren diese dem Modewort "Retro" verfallenen Newcomer ihre ganz eigene Abteilung im großen Indierock- Teich.
 Frisch wie aus dem Ei gepellt gesellt sich jetzt ein New Yorker-Trio namens We Are Scientists zur vorhandenen Riege dazu, und platziert sich sofort mir nichts dir nichts mit ihrer zweiten Single auf Platz 1 der berühmt- berüchtigten NME-Charts (und das, ohne UK als Heimatland). NME ist hier überhaupt generell das Zauberwort, das es möglich macht. Das wohl meinungsbildenste britische Musikmagazin ist maßgeblich für den Erfolg dieser neuen Bands verantwortlich. Denn wen der New Musical Express für gut befindet, der wird auch von den Szene-Fans mit Handkuss angenommen.
Nun gut, aber zurück zu den Haupdarstellern, den We Are Scientists. Die sind nicht etwa die englische Antwort auf Wir Sind Helden, nein, sie klingen eher als wären sie das Ergebnis der ganzen Übungsversuche ihrer gehypten Vorgänger, der höhepunkt des vorherschenden Retro-Trends, die neuen Könige der Indierock- Tanzflächen, das Ende einer langen Reise, das.. ok ok, ich beruhige mich. Aber auch die englische Fachpresse überschlägt sich mit Sätzen wie: "..funkier than Ferdinand, more agitated than Bloc Party, cooler than The Bravery and almost exactly as good with a one-liner as The Futureheads.", und man kann es ihnen nicht verübeln.
Bei Songs wie der ersten Single "Nobody Move, Nobody Get Hurt" bleibt einem als geneigter Indierock-Fan ob des ohrwurmverdächtigen Gitarrenriffs, die dahinfegenden Drummparts und der Gänsehaut verursachenden Stimme von Frontman Keith Murray der Mund offen stehen, in Kombination mit begleitendem Ohrenschlackern. Und auch bei der post-Punk geschwängerten, von Hi-Hats durchtriebenen zweiten Single "The Great Escape", mit der sie wie erwähnt derzeit Platz 1 der NME-Charts belegen, sind die Körperreaktionen ähnlich. Diese catchigen Melodien, die sich mal im Gitarrenspiel, mal in den Vocals verbergen, welche wiederum von dieser sympatischen Stimme getragen werden. Dieses Schlagzeug, das von dem Wahnsinns- Drummer Michael Tapper bearbeitet wird, als hätte er einen Wettlauf mit sichs selbst. Diese Energie, die sich anhört als hätten We Are Scientists gegen den Teufel um ihre Seele gespielt. Dieser Drive, der einer Corvette auf ihrem Boost von 0 auf 100 gleicht. Und diese sowohl punkig- rockigen, als auch disco- poppigen Sounds, die trotz Retro wie neu erfunden daherschlittern, das alles macht diese Truppe für mich jetzt schon zu einer Ausnahmeband.
Und trotzdem fällt es einem schwer, mit einer Beschreibung den Nagel auf den Kopf zu treffen. Wer sich selbst ein Bild machen möchte:
Auf [ www.nme.com ] kann man sich bereits das Debütalbum der drei Herren anhören. Ein Releasedatum gibt es hierzulande natürlich leider noch nicht, doch das wird bestimmt nicht lange auf sich warten lassen. Und ich geh' jetzt erstmal kalt duschen.
Bandinfo: [ www.wearescientists.com ]
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