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Die Kultfigur Falco
Eine Legende wird 50
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Anlässlich des 50. Geburtstags von Falco, dem einzigen österreichischen Popmusiker, der es zu wirklichem internationalen Erfolg gebracht hat, streicht der ORF einen Teil seines Donnerstags Nachtprogramms um eine Dokumentation über das Leben und das Schaffen dieses Ausnahmemusikers auszustrahlen.
 Dass Falco immer noch lebt, ist ein Satz, der sich für mich absurderweise mehr und mehr bewahrheitet. Warum? Falco ist ein Produkt. Aber nicht im herkömmlichen Sinn eines Produktes, sondern eine von einem Menschen geschaffene Figur, die so sehr zu dem Menschen selbst wurde, dass sich Hans Hölzel aufgegeben hat um seiner Figur Leben einzuhauchen. Dass Kunstfiguren länger leben als ihre Schöpfer, ist ein Grund dafür, dass Falco lebt.
Dieser Umstand, der für das Leben nach dem Tod des Künstlers verantwortlich ist, hat Johann Hölzel aber im Gegenzug immer mehr in den Konflikt mit sich selbst getrieben. Was bleibt ist die Musik und die Erinnerung. Nicht nur die Erinnerung an den Menschen, sondern an eine Figur, die in ihrer Lebensweise so eigen war, dass er wahrscheinlich noch viele Generationen begeistern kann.
Die ausgestrahlte Dokumentation befasst sich sowohl mit dem Kunstprodukt „Falco“ und der damit verbundenen Spaltung der Persönlichkeit in Falco und Hölzel, aber auch sehr stark mit der außergewöhnlichen dichterischen Fähigkeit des Musikers. Seine Texte sind „eindeutig zweideutig“, selten spricht er nur in Fakten, immer lässt er einen Spielraum für Interpretationen, selbst dann, wenn man sich sicher ist, die eigentlich gemeinte Bedeutung gefunden zu haben.
Kaum einer schafft es so gekonnt Sprachen in einzelnen Sätzen zu verbinden wie er. In einer Mischung aus Hochdeutsch, Wienerisch und Englisch singt und rappt er sich durch die Texte, die, wie er sagt, immer aus Recherchen entstehen. Er sucht Meldungen zusammen, schneidet aus, streicht, sucht wieder nach neuen Meldungen und schreibt schließlich seine Texte, die teilweise so absurd wie beeindruckend sind.
Der Erfolg, nicht nur in Amerika, hat Falco auf einen Level gehoben, von dem er nicht mehr heruntersteigen wollte. Er war nie der sympathische Entertainer, viel mehr hat ihn seine Unnahbarkeit und seine unglaubliche Arroganz zu der Figur gemacht, die er immer mehr verkörpert hat.
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