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Fair Music
Leicht absurd, aber ernst gemeint
Autor: Christoph Büchel
Beim Durchstöbern des World Wide Webs stößt man bekanntlich immer wieder über diverse Skurrilitäten. Doch im Falle von „Fair Music“ fragt man sich, ob man eine solche Idee ernsthaft unterstützen, oder sich doch einfach nur wundern soll.

Der Grundgedanke ist hierbei, gegen die Ausbeutung der Musiker durch die Plattenkonzerne vorzugehen. In Zukunft sollen Platten und auch digitale Downloads, bei denen die „Preisverteilung“ gerecht abläuft, mit einem „Gütesiegel“ gekennzeichnet sein. Wahr ist, dass Musiker für den Verkauf ihrer Platten wenig Geld auf ihrem Konto sehen. Bei CD-Preisen von 16 Euro aufwärts bleibt oft weniger als ein Euro für den Urheber selbst. Gegen diese Ungerechtigkeit soll nun vorgegangen werden – auf ihrem Webblog hat die Initiative sogar ein Manifest mit diversen Punkten veröffentlicht. Gefordert wird:

1. Unbeschränkte künstlerische Freiheit in der Musik

2. Freier Zugang zu musikalischem Ausdruck

3. Festlegung (Urheber)vertragsrechtlicher Mindeststandards

4. Adäquater Gebrauch von Technologie zur fairen Verteilung von Tantiemen.

5. Fairness und Gerechtigkeit im Musikbuisness muss ein Schlüsselmoment kultureller Vielfalt sein

6. Volle Anerkennung des kulturellen Charakters musikalischer Produkte, anstatt sie auf rein ökonomische Eigenschaften zu reduzieren.

7. Fairness und Gerechtigkeit in Musikbusiness müssen Normalität werden, nicht die Ausnahme bleiben.

„Wir wollen Standards für Urheberrechtsverträge entwickeln, die die künstlerische Freiheit der Musikschaffenden und die Remuneration der Künstler in angemessener Weise beinhalten.“ sagt Peter Rantasa, Mitglied des Vorstandes des Internationalen Musikrates der UNESCO.

Gute Hintergedanken, keine Frage. Ob Konsumenten aber tatsächlich bereit sein werden, noch mehr Geld für „fair gehandelte Musik“ auszugeben muss sich zeigen. Dass die Plattenfirmen von ihrer bisherigen Preispolitik Abschied nehmen ist zwar zu hoffen, meinen Befürchtungen nach aber trotz der vielen zur Zeit laufenden Verhandlungen nicht besonders wahrscheinlich.
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