CD


 |
 |
 |
Fritz Pauer - Blues Inside Out
Fritz Pauer
|
 |
 |
| Autor: |
 |
Christian Krug |
| Quelle: |
 |
Jazzzeit |
| Genre: |
 |
Jazz |
| Produkttyp : |
 |
CD |
|
 |
 |
 Im Zuge einer Konzert-Reihe erhielt Fritz Pauer am 22. Mai 2003 – im Jahr seines 60. Geburtstages - das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich. Die Begründung lautete wie folgt: "Österreich ehrt mit Pauer einen der wichtigsten Vertreter des Österreichischen Jazz und gleichzeitig einen der bedeutendsten Lehrer des Faches Jazz-Klavier, das er seit 1968 am Konservatorium Wien und seit 1989 an der Kunstuniversität Graz unterrichtet."
Fritz Pauer wurde am 14. Oktober 1943 in Wien geboren. Seit seinem 5. Lebensjahr hatte er Klavierunterricht. Sein kreativer Vater – dieser malte, schrieb Gedichte und stellte selbstentworfene Teppiche her – brachte ihn mit dem Jazz in Berührung. Als Einflüsse auf sein Spiel, das von Kritikern häufig in die Nähe von Bill Evans, aber auch von Wynton Kelly gerückt wurde und wird, nennt Pauer neben Thelonious Monk und Bud Powell vor allem einen der o.a. Wiener Pianisten: "Mich hat zunächst Joe Zawinul beeinflusst, den ich damals im Radio gehört habe. Mich haben sein Klavierklang, seine Kreativität und seine Art zu spielen besonders fasziniert." Ein einschneidendes Erlebnis verdankte er aber auch einem, der nicht unbedingt mit ihm assoziiert wird: Oscar Peterson. In einem ORF-Radiointerview vor ein paar Jahren sagte er jedenfalls: "Außerdem kann ich mich noch daran erinnern, dass ich als Kind einmal im Fernsehen eine Live-Übertragung mit dem Oscar Peterson Trio gesehen habe, noch mit Herb Ellis und Ray Brown, und das am Bildschirm zu sehen, hat mich total umgehauen". Seine erste Plattenaufnahme machte er mit Hans Koller im Dezember 1962 und die Begegnung mit dem Übervater des österreichischen Jazz war wohl für seine Zukunft die wegweisendste – künstlerisch wie menschlich: "Die Begegnung mit Hans Koller [...] war ein großer Gewinn für mich, ich möchte fast sagen: Wäre ich ihm nicht begegnet, wäre ich nie Jazzmusiker geworden". Zufall oder nicht: In seinem Jubeljahr ist Pauer für den Hans Koller-Preis nominiert. Gemeinsam mit dem in Österreich lebenden brasilianischen Gitarristen Alegre Corrêa und dem Trompeter Franz Hautzinger wettstreitet er um den Austrian Jazz Prize, der an den österreichischen Jazzmusiker des Jahres 2003 vergeben werden wird. Universal Jazz ließ es sich nicht nehmen, die Preisverleihung am 6. Dezember zum Anlass zu nehmen und neben Pauer auch Hans Koller mit der Wiederveröffentlichung von sechs MPS-Alben zu ehren. Hans Georg Brunner-Schwer nahm die Nachricht von einer Koller gewidmeten Staffel jedenfalls erfreut zur Kenntnis: "Worüber ich mich sehr gefreut habe, war die Staffel 3 – HANS KOLLER CELEBRATION – denn Koller hat dies wirklich verdient." So werden ab Anfang Dezember folgende Alben wieder bzw. erstmals überhaupt auf CD erhältlich sein: "Exclusiv" (MPS 15 024), "Zoller-Koller-Solal" (MPS 15 061), "Relax With My Horns" (MPS 15 088), "Phoenix" (MPS 15 315), "Kunstkopfindianer" (MPS 15 422) und "New York City" (MPS 15 515).
Aber wieder zu Pauer und "Blues Inside Out". Erich Bachträgl verließ 1976 das Trio und wurde durch den US-Amerikaner Tony Inzalaco ersetzt, der während seiner Jahre in Europa u.a. auch für die Clarke-Boland Big Band tätig war. Kurz bevor Inzalaco in die Staaten zurückkehrte, kam es im März 1978 noch zu einer LP-Einspielung in Villingen. Mit "English Garden Walk", einer Reminiszenz von Pauer an seine Münchner Zeit und den häufigen Spaziergängen durch den dortigen Englischen Garten, dem von Erik Satie inspirierten "Flute Song" und "My Little Girl", einer Nummer, die bereits sechs Jahre davor sein Album "Power By Pauer" eröffnete, sind auf "Blues Inside Out" drei Pauer-Kompositionen zu hören. Je zwei steuerten Tony Inzalaco und Jimmy Woode bei, letzterer auch die Titelnummer. Dieser "Blues Inside Out" war übrigens auf o.a. "Mal Waldron Plays The Blues" als "Up Down Blues" zu hören... Abgeschlossen wurde die Session, ohne dass sie es vorher so geplant hätten, mit Ellington’s "Prelude To A Kiss" - eine Ballade, die Pauer schon in seiner Kindheit tief bewegte und wie Horst Weber im Plattentext meint, sich für den Hörer hervorragend eignet, zu erleben, wie sehr Pauer’s Spiel und seine Persönlichkeit einander entsprechen. Speziell in dieser Interpretation vom März 1978, anlässlich Pauer’s letztem Auftritt für MPS.
|
 |


 | Discography |  |   | Dazu bei eBay |  |

 

|
 |